Schützenclub Wernsdorf e.V.

für Sportschützen und Jäger

Field Target / Hunter Field Target – Eine kleine Einführung

FIELD TARGET


FT-Schießen ist eine dynamische und auf den ersten Blick unkomplizierte Schießdisziplin, die aber in der Praxis an die Schützen allerhöchste Anforderungen stellt. Diese und der Abwechslungsreichtum des Schießens in freier Natur („Frischluft und Druckluft“) ohne Rücksicht auf Wetterbedingungen (Ausnahme: Gewitter) stellen eine große Herausforderung dar und machen daher diese Disziplin besonders komplex aber damit auch herausfordernd und attraktiv. Der Wind stellt das größte Problem dar, da er die extrem leichten Geschosse aus jeder Richtung aus der theoretischen Flugbahn trägt. Hier ist jahrelanges Lernen über die Winddrift an „Zeichen“ der Natur“ (z. B. Zweig-, Blatt- oder Grasbewegungen) notwendig. FTS gehört daher zu den schwierigsten  Schießsportdisziplinen der Welt. Aber: Es sind für die Ziele moderate Investitionen notwendig (ca. 1000 €) und man benötigt einen Schießplatz mit 250 m Sicherheitsabstand von der Feuerlinie.

FTS ist eine Jagd-Simulation, bei der mit Luftgewehren niedriger (7,5J) und mit mittlerer (16,3J) Mündungsenergie geschossen wird. Diese müssen mit einem stark vergrößernden Zielfernrohr mit geeichter Parallaxenausgleichsvorrichtung ausgestattet sein.


Die Ziele sind lebensgroße Stahlsilhouetten von Kleintieren (z.B. Kaninchen, Krähe), die nur bei einem Treffer in eine kreisrunde  „Kill Zone“ (15,  20, 25 und 40mm) umfallen und dann durch einen Seilzug wieder aufgestellt werden. Nur eine gefallene Silhouette zählt als Treffer. Pro Ziel ist nur ein Schuss erlaubt. Die Ziele stehen in bis zu 25 Zielstraßen (Lanes) mit insgesamt max. 50 Zielen (9 bis 25 oder 9 bis 50m) in für die Schützen unbekannte Entfernungen. Diese treten an den Lanes  in Gruppen bis zu 5 an. („Squads“) Die Schießposition ist beliebig, meist wird „sitzend“ geschossen. Es sind  immer eine bestimmte Anzahl von Zielen „stehend“ und „kniend“ zu beschießen.

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Es muss von einer Feuerlinie aus die Entfernung zum Ziel mit dem Zielfernrohr gemessen, die Haltepunktkorrektur und die Winddrift vorgenommen werden. Letzteres ist die größte Herausforderung für die Schützen. Bei offiziellen Wettbewerben gilt ein Zeitlimit von 1 Minute pro Ziel.


Ein regelkonformer FTS-Wettbewerb beginnt ca. eine Stunde vor dem Start auf dem „Einschiessstand“. Hier können die Gewehre überprüft und Zielfernrohrkorrekturen vorgenommen werden.


Kurz vor dem Wettbewerb findet ein Treffen aller Schützen statt, wobei sie von dem Wettbewerbsleiter eingehend über die Anzahl der „Lanes“, der Ziele und über die Regeln sowie Sicherheitsvorschriften informiert werden. Dort werden auch die Wertungskarten („Score Cards“) ausgeteilt, in denen die Startpositionen der Squads angegeben sind und in die Ergebnisse eingetragen werden. Die Gewehre werden vor oder während eines Wettbewerbs auf korrekte Mündungsenergie überprüft.

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Diese Schießsportdisziplin ist relativ neu. Sie entstand in England, wo 1980 der erste FTS-Wettbewerb stattfand. Sie breitete sich in Großbritannien sowie in den USA schnell aus und wurde dort ein  Breitensport, der sich gegenwärtig weltweit erfreulich entwickelt. Die Regeln der frühen Wettbewerbe waren  vergleichsweise einfach. Heute liegen allerdings bei den 26 in der World Field Target Federation  (WFTF) zusammengeschlossenen Nationen kompliziertere Regelwerke vor.


In Deutschland wurde im Jahr 2000  FTS im Bund Deutscher Sportschützen (BDS) aufgenommen. 2002 , 2003 und 2004 errang die deutsche Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft  die Silbermedaillen. 2004 wurde ein deutscher Schütze in der  Federdruckklasse Weltmeister und 2008 folgte in dieser der 3. Platz. Weitere  Erfolge waren zu verzeichnen. Zuletzt die Bronzemedaille in der Mannschaftswertung der WM 2009.  FTS gehört somit zu den international erfolgreichsten BDS-Disziplinen.


(Quelle: Bund Deutscher Sportschützen, mit freundlicher Genehmigung)


HUNTER FIELD TARGET (HFT)


Für HFT ist ein geringerer, technischer Aufwand nötig. Man braucht ein Luftgewehr und ein Zielfernrohr mit einer Vergrößerung von sechs oder zehnfach. Entsprechend niedriger fallen auch die Anschaffungskosten aus.


Geschossen wird in liegender, kniender oder stehender Position. Die Entfernung beim HFT wird nicht gemessen, sondern geschätzt, was nicht weniger schwer ist. Allerdings zählt bereits ein Treffer auf die Silhouette als Punkt, ein Treffer in der Hitzone bringt zwei Punkte.


Die Vergrößerung bleibt auf einen fixen Wert eingestellt. Die meisten Schützen haben sich hier auf eine zehnfache Vergrößerung eingependelt. Auch eine Schärfenkorrektur wird nicht vorgenommen, weshalb sich Zielfernrohre mit einer hohen Tiefenschärfe durchgesetzt haben.


HFT ist in Deutschland noch recht selten anzutreffen, findet aber eine immer größere Anhängerschaft. Im SC-Wernsdorf kann natürlich beides trainiert werden. Für den Einstieg ist HFT ideal. Ein Luftgewehr mit Zielfernrohr hat eigentlich jeder Freizeitschütze zu Hause herumliegen. Ohne sich groß Gedanken zu machen, wie man das Geld für eine FT-Ausrüstung zusammen bekommt, kann man sofort loslegen. Aber auch für die Erstanschaffung ist ein deutlich geringeres Budget notwendig. Nach oben ist die Grenze natürlich offen, aber mit zwei bis dreihundert Euro ist man eigentlich dabei.


Bis auf die erwähnten Unterschiede (feste Vergrößerung, keine nachträgliche Schärfenkorrektur, schätzen statt messen, auch liegende Schießposition) ist das Regelwerk bei Wettkämpfen im Großen und Ganzen identisch mit den FT-Regeln. Allerdings sind HFT-Wettkämpfe in Deutschland rar gesät. Einzelne Vereine richten gelegentlich welche aus. Ein wirklich einheitliches, verbindliches Regelwerk gibt es in Deutschland (noch) nicht.

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